Mit Sicherungstechnik gegen Haus- und Wohnungseinbruch:

So schützen Sie Ihr Zuhause vor ungebetenem Besuch.

Opfer eines Einbruchs zu werden ist für die meisten Bürger ein unvermittelter, großer Schock. Neben dem rein materiellen Verlust trägt dazu vor allem die massive Beeinträchtigung des eigenen Sicherheitsgefühls bei, die durch den Einbruch in die eigene Privatsphäre verursacht wird. Immer scheint sich ein Einbruch wie aus heiterem Himmel zu ereignen; doch ist es ein verhängnisvoller Irrtum, davon auszugehen, dass man sich gegen Diebe und erst recht gegen Diebesbanden nicht schützen kann.

Untersuchungen der Polizei belegen, dass mehr als ein Drittel aller Einbruchsversuche scheitern, weil die Häuser oder Wohnungen gesichert sind. Der Grund: Die Mehrzahl aller Einbrüche wird nicht von „Profis“ verübt, sondern von Gelegenheitstätern, die beispielsweise mit einfachem Hebelwerkzeug schlecht gesicherte Türen oder Fenster aufbrechen. Gerade solchen Dieben juckt es in den Fingern, wenn das „Knacken“ von Türen und Fenstern ein Kinderspiel ist. Umso schlimmer, wenn – auf der Grundlage falscher Einschätzungen („Ich bin ja versichert und bekomme alles ersetzt“) – auf die simpelsten Schutzvorkehrungen in Haus oder Wohnung verzichtet wird. Schließlich gilt: Versicherungen ersetzen keine ideellen Werte, und die meisten Einbruchsopfer sind auch noch unterversichert.

 

Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: „Entwarnung“ kann nicht gegeben werden!

Ein Auszug der Polizeiliche Kriminalstatistik Deutschland (PKS) des Jahres 2014
verzeichnet einen neuen Anstieg:

Wohnungseinbruchdiebstahl (+1,8 Prozent auf 152.123 Fälle)

Die Einbrecher verursachten dabei einen Schaden in Höhe von 422,3 Millionen Euro (nur Stehlgut). Der Anteil an Tageswohnungseinbrüchen betrug weit über ein Drittel (41,6 Prozent). Meist wurde über leicht erreichbare Fenster und Wohnungs- bzw. Fenstertüren eingebrochen.

Bei „schwerer Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen und Waschküchen“ ist ein Anstieg um 6,9 Prozent auf 101.165 Fälle zu verzeichnen.

 

Einbrecher kommen nachts“ – ein gefährliches Klischee!

Entgegen landläufiger Meinung erfolgen Einbrüche häufig untertags, zum Beispiel während einer kurzen Abwesenheit des Bewohners, so etwa zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, am frühen Abend oder an den Wochenenden. Weit über ein Drittel aller Wohnungseinbrüche werden durch Tageswohnungseinbrecher begangen. In Wirklichkeit dürfte die Zahl aber noch höher liegen, da bei Wohnungseinbrüchen – etwa auf Grund einer urlaubsbedingten Abwesenheit der Wohnungsinhaber – die genaue Tatzeit meist nicht feststellbar ist. Tageswohnungseinbrüche ereignen sich mehrheitlich in Großstädten. Außerdem fallen Einbrecherbanden oft über ganze Wohnviertel her und räumen dabei schnell Häuser und Wohnungen aus. Grundsätzlich lassen sich Einbrüche in Ein- oder Mehrfamilienhäuser unterscheiden:

Einbrüche in Einfamilienhäuser erfolgen meist über die Fenstertüren und Fenster und weniger häufig über Haustüren und Keller.

Bei Mehrfamilienhäusern hingegen wählen Einbrecher ihren Weg zumeist über die Wohnungseingangstüren; doch auch hier verschaffen sie sich über leicht erreichbare Fenster und Fenstertüren Zutritt.

Die neuralgischen Angriffspunkte eines Hauses sind:

Türen:

Gegenüber diesem Angriffsziel verhalten sich Einbrecher in aller Regel nicht wählerisch. So werden Türen in weit über der Hälfte aller Fälle mit einfachem Werkzeug aufgehebelt. Nicht ganz so häufig kommt es zu Angriffen auf die 

Schließzylinder und zu Einbrüchen unter Einsatz einfacher körperlicher Gewalt. Nicht selten jedoch dringen Einbrecher auch über Türen ein, die nur ins Schloss gezogen und nicht verriegelt sind.

Beachten Sie: Diebe scheuen das Risiko. Gut gesicherte Türen zu öffnen, erfordert in der Regel einen hohen Zeitaufwand und verursacht Lärm. Davor schrecken auch „Profis“ zurück!

Sicherheitsrelevant sind alle Außentüren, wie z. B. die

  • Hauseingangstür,
  • Kelleraußentür,
  • Tür zwischen Garage und Wohnhaus,
  • sonstigen Nebeneingangstüren.

Fenster und Fenstertüren (Balkon- und Terrassentüren)

Beim Einbruch über Fenster, Balkon- und Terrassentüren kommt in über der Hälfte aller Fälle einfaches Hebelwerkzeug zum Einsatz. Angriffe auf Verglasungen sind seltener. Sie erfolgen vor allem dann, wenn Fenster bzw. Fenstertüren gekippt sind oder offen stehen.

Besonders gefährdet sind alle leicht erreichbare Fenster, wie

  • im Erdgeschoss,
  • im Souterrain,
  • Fenster, die über Balkone, Loggien, Anbauten, Pergolen u. ä. erreichbar sind,
  • Dach- und Dachflächenfenster sowie Lichtkuppeln in flach geneigt en Dächern.

Terrassentüren sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt – schon deshalb, weil sie sich oft von außerhalb des Grundstückes schlecht einsehen lassen.

Balkontüren und -fenster haben immer dann Sicherheitsrelevanz, wenn sie über Kletterhilfen (Leitern, Gartenmöbel usw.) beziehungsweise über Mauervorsprünge, das Dach oder benachbarte Balkone erreichbar sind.

Die Tipps der Polizei:

 Durch Einsatz bewährter Sicherungstechniken kann jeder ganz gezielt zur eigenen Sicherheit beitragen.

Türen:

  • Bauen Sie ein einbruchhemmendes Schloss mit besonders geschütztem Profilzylinder in die Tür ein und schützen Sie beides durch einen Beschlag mit zusätzlicher Zylinderabdeckung.
  • Selbst wenn Sie Haus oder Wohnung nur kurzzeitig verlassen: Ziehen Sie die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie die Tür immer auch zweifach ab.
  • Ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel an der Eingangstür schützt Sie vor ungebetenen Gästen.
  • Verlängerte, besser jedoch mehrfach im Mauerwerk verankerte Schließbleche können das Aufhebeln der Tür wesentlich erschweren. Gegen Aufhebeln im Bandbereich schützen Hintergreifhaken.
  • Schwache Türblätter sollten verstärkt oder – besser! – gegen massive Türblätter (z. B. 40-mm-Vollholztür) ausgetauscht werden.
  • Bauen Sie ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel ein. Dadurch wird auch ein Aufstoßen der spaltbreit geöffneten Tür verhindert.
  • Sie können Ihre Tür aber auch insgesamt durch ein Querriegelschloss gut sichern.
  • Bauen Sie in die Tür einen Weitwinkel-Spion ein, damit Sie sehen, wer geklingelt hat. Öffnen Sie nur bei vorgelegtem Sperrbügel.
  • Lassen Sie bei Neu- oder Umbauten nach Norm geprüfte einbruchhemmende Türen einbauen. Sie müssen dann nicht nachrüsten.
  • Vergessen Sie die Sicherung der Nebeneingangstüren nicht!
  • Verstecken Sie Ihre Schlüssel nicht draußen, denn Einbrecher kennen jedes Versteck.
  • Wechseln Sie bei Schlüsselverlust den Schließzylinder aus.

Fenster, Terrassen- und Balkontüren

  • Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch dann, wenn Sie Haus oder Wohnung nur für kurze Zeit verlassen. Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Sichern Sie Haus- und Wohnungstüren, auch Nebeneingänge, Balkon- und Terrassentüren sowie die Fenster mit mechanischen Sicherungen.
  • Lassen Sie bei Neu- oder Umbauten nach Norm geprüfte einbruchhemmende Fenster bzw. Fenstertüren einbauen. Sie müssen dann nicht nachrüsten.
  • Sichern Sie Fenster und Fenstertüren mit absperrbaren Zusatzsicherungen (Aufbruchsperren). Vorsicht! Absperrbare Fenstergriffe alleine genügen nicht, denn Fenster werden häufig aufgehebelt.
  • Vernachlässigen Sie leicht erreichbare Fenster und Balkontüren in den oberen Stockwerken nicht, denn Einbrecher sind manchmal wahre Kletterkünstler. Leitern, Gartenmöbel, Kisten, Mülltonnen, Rankgerüste usw. können als Kletterhilfen dienen.
  • Terrassen- und Balkontüren können Sie auch mit Rollgitter oder Gittertüren sichern. Sie können die Türen dann zum Lüften offen oder gekippt lassen.
  • Rollläden sollten zumindest gegen das Hochschieben gesichert sein. Wichtig ist die Sicherung der Fenster selbst, denn häufig brechen untertags so genannte Tageswohnungseinbrecher ein.
  • Nachbarn helfen Nachbarn: Achten Sie auf fremde Personen, die im Nachbarhaus oder auf dem zugehörigen Grundstück unterwegs sind und sprechen Sie sie an. Alarmieren Sie bei Gefahr und dringendem Verdacht über Notruf 110 sofort die Polizei.
  • Sichern Sie Lichtschächte und Kellerfenster, z. B. durch massive, gut verankerte Gitter.

Wertsachen

  • Lassen Sie Wertsachen zu Hause nicht offen herumliegen.
  • Besonders wichtige Dokumente, wertvolle Sammlungen, Gold oder Schmuck, der nur selten gebraucht wird, sind am sichersten im Schließfach Ihres Geldinstituts aufgehoben.
  • Bargeld, Schmuck, Sparbücher und Scheckformulare, die Sie im Haus behalten möchten, werden am besten in einem Wertbehältnis aufbewahrt.
  • Kaufen Sie nicht den nächstbesten Safe. Auskünfte über geeignete Wertbehältnisse erteilt Ihnen Ihre (Kriminal-) Polizeiliche Beratungsstelle.
  • Markieren Sie Ihre Wertgegenstände individuell und notieren Sie die wichtigsten Daten in einer Wertsachenliste. Bewahren Sie diese Liste sicher auf.
  • Fertigen Sie Farbfotos an.
  • Seien Sie jederzeit aufmerksam. Einbrecher, Diebe oder Trickbetrüger können Ihnen auffallen, wenn Sie Augen und Ohren offen halten.
  • Alarmieren Sie bei Gefahr (Hilferufe, ausgelöste Alarmanlage) und verdächtigen Beobachtungen über Notruf 110 sofort die Polizei.

Nähere Informationen zu diesem Themenbereich erhalten Sie auch unter

http://www.einbruchschutz.polizei-beratung.de/.

Darüber hinaus informieren Sie die (Kriminal-) Polizeilichen Beratungsstellen kompetent, kostenlos und neutral über alle Möglichkeiten zum Schutz vor Einbruchskriminalität. Auf Wunsch kommen die Berater sogar zu Ihnen nach Hause, um Ihnen Vorschläge zu machen, wie Sie Haus und Wohnung wirksam sichern können. Ihre Polizei gibt Ihnen gerne Adresse und Telefonnummer der nächstgelegenen Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle.